Pflegetagegeldversicherung

Von den meisten Verbraucherzeitungen empfohlen

  • Die wohl flexibelste Art der Pflegeversicherung
  • Feste vertraglich vereinbarte Höhe des Pflegetagegeldes
  • Absicherung von Pflegegrad 1-5 ist möglich
  • Das Pflegetagegeld wird Ihnen direkt ausgezahlt
  • Freie Selbstbestimmung über das Geld und dessen Verwendung

Das Pflegetagegeld - wohl die beliebteste Form der Pflegeversicherung


Eine Form der privaten Pflegeversicherung ist die Pflegetagegeldversicherung. Und die wird immer wichtiger. Trotzdem die gesetzliche und private Pflegepflichtversicherung viele Reformen durchlaufen, die Leistungen regelmäßig angepasst werden, die Pflichtversicherungen bleiben lediglich eine Teilkaskoversicherung. Wer also im Pflegefall nicht sein Vermögen aufbrauchen, die Kinder belasten oder von Sozialhilfe leben will, ist mit der Pflegetagegeldversicherung gut beraten.

Deren Bedeutung haben auch Verbraucherschützer längst erkannt und so hat die Stiftung Warentest schon einmal die Deckungslücken errechnet, die entstehen:

Pflegegrad: Deckungslücke bei stationärer Pflege Deckungslücke bei häuslicher Pflege
1-2 Ca. 700 Euro Ca. 500 Euro
2-3 Ca. 900 Euro Ca. 1.200 Euro
4-5 Ca. 1.200 Euro Ca. 2.200 Euro

Das sind Beträge, die kaum jemand aus der Portokasse tragen kann, daher ist eine Pflegezusatzversicherung von Bedeutung.

Wann sollte die Pflegetagegeldversicherung abgeschlossen werden?

Die Pflegetagegeldversicherung sollte so früh wie möglich abgeschlossen werden. Denn bei einem jungen Eintrittsalter können die Beiträge dauerhaft niedrig gehalten werden. So zahlt der 65-jährige Versicherungsnehmer bereits doppelt so hohe Beiträge, wie der zehn Jahre jüngere Nachbar.

Gibt es Tarife ohne Gesundheitsprüfung?

In der Pflegetagegeldversicherung gibt es in der Regel keine Tarife, die ohne Gesundheitsprüfung auskommen. Lediglich Pflege Bahr bildet hier eine Ausnahme. Daher ist es ratsam, die Police abzuschließen, während man sich bester Gesundheit erfreut. Bei den Gesundheitsfragen sollte man stets wahrheitsgemäß antworten, sich notfalls noch einmal bei den behandelnden Ärzten nach eventuellen Erkrankungen erkundigen. Andernfalls droht die Nichtzahlung im Leistungsfall.

Für wen eignet sich die Pflegetagegeldversicherung?

Wie jede Form der Pflegezusatzversicherung bietet auch die Pflegetagegeldversicherung Vor- und Nachteile. Experten raten zum Abschluss dieser Police immer dann, wenn das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet ist und keine schweren Vorerkrankungen bestehen. Zu beachten ist dabei, dass sich die Beiträge in der Pflegetagegeldversicherung regelmäßig erhöhen, etwa durch Leistungsanpassungen. Wer sich nicht sicher ist, diese Kosten dauerhaft tragen zu können, sollte Abstand von dieser Versicherung nehmen. Viele Policen sind sehr unflexibel gehalten. In finanziellen Notlagen ist dann ein Aussetzen der Beitragszahlungen oft nicht möglich, der Vertrag erlischt und die bereits gezahlten Beiträge gehen verloren.

Daher sollten sich Personen, für die die Pflegetagegeldversicherung nicht in Frage kommt, mit den Alternativen beschäftigen. Die Pflegekostenversicherung ist eine solche Alternative, die günstiger angeboten wird, sich aber meist nur lohnt, wenn ausschließlich die professionelle Pflege in Anspruch genommen werden soll. Die Pflegerentenversicherung ist zwar teurer, kann aber flexibler gestaltet werden. So kann der Vertrag in finanziellen Notlagen ruhend gestellt werden und es gibt zudem die Möglichkeit, dass ältere oder bereits erkrankte Personen mit aufgenommen werden.

Grundlagen der Pflegetagegeldversicherung


Da man sich zwischen verschiedenen Pflegezusatzversicherungen entscheiden kann, sollte man auch über die Grundlagen der einzelnen Tarife Bescheid wissen.

Wo kann ich die Pflegetagegeldversicherung abschließen?

Die Pflegetagegeldversicherung wird von allen privaten Krankenversicherern angeboten. Die Auswahl der Tarife und Anbieter ist entsprechend groß.

Die Pflegetagegeldversicherung – Risikoversicherung mit klaren Regeln

Bei der Pflegetagegeldversicherung handelt es sich um eine reine Risikoversicherung. Sie enthält keinen Sparanteil. Tritt das versicherte Risiko (Pflegebedürftigkeit) bis zum Ablauf der Versicherung nicht ein, gibt es auch keine Zahlungen. Damit unterscheidet sich die Pflegetagegeldversicherung von der Pflegerentenversicherung, die den Prinzipien der privaten Lebensversicherung entspricht.

Auch kann bei der Pflegetagegeldversicherung keine Einmalzahlung vereinbart werden. Stattdessen werden die Leistungen pro Tag der Pflegebedürftigkeit ausgezahlt. Die Höhe der Leistungen kann dabei in den einzelnen Tarifen sehr stark variieren, so dass ein Vergleich zwingend nötig ist.

Welche Leistungen kommen bei der Pflegetagegeldversicherung in Frage?

Die Pflegetagegeldversicherung leistet pro Tag der Pflegebedürftigkeit einen bestimmten Tagessatz. Dieser kann variieren und meist gilt eine Staffelung nach Pflegestufen bzw. Pflegegrad. Untersuchungen haben gezeigt, dass 85 Prozent (!) der Pflegebedürftigen in die Pflegestufe I oder II fallen. Die allermeisten Pflegetagegeldversicherungen bieten die vollen Leistungen jedoch erst ab Pflegestufe III.

Daher sollte beim Abschluss der Versicherung darauf geachtet werden, dass auch in den unteren Pflegestufen/Pflegegraden ausreichende Leistungen gewährt werden. Einige Anbieter ermöglichen eine Staffelung nach Pflegestufen/Pflegegraden, die den eigenen Wünschen angepasst werden kann. Ebenfalls sind einige Tarife auf dem Markt, bei denen die volle Leistung bereits ab Pflegegrad 1 gezahlt wird. Zu berücksichtigen ist aber, dass sich dadurch die Beiträge mitunter deutlich erhöhen können.

Ratsam ist es, ein Pflegetagegeld abzusichern, bei dem man auf einen Monatsbetrag von 1.500 Euro (mindestens) kommt. Dabei ist mit Kosten von etwa 30 Euro monatlich zu rechnen. Doch auch hier gelten die Staffelungen.

Durchschnittlich sehen diese wie folgt aus:

  • Pflegegrad I u. II = 30 Prozent der vollen Leistung – im Beispiel ca. 450 Euro monatlich
  • Pflegegrad II u. III = 60 Prozent der vollen Leistung – im Beispiel ca. 900 Euro monatlich
  • Pflegegrad IV u. V = 100 Prozent der Leistung – im Beispiel ca. 1.500 Euro monatlich

Rasantes Wachstum der pflegebedürftigen Menschen

Im Dezember 1999 gab es in Deutschland zirka 2,02 Millionen pflegebedürftige Menschen. Ende 2015 waren es schon 2,68 Millionen Betroffene. Experten gehen davon aus, dass dieser Trend anhält. So werden im Jahr 2050 rund 4,5 Millionen Menschen auf die Hilfe von Angehörigen oder auf professionelle Pflegekräfte angewiesen sein.

Bei der Beurteilung der Leistungen sind zudem weitere Fragen von Bedeutung. Die wichtigsten sind:

  • Wird ein Höchstalter von der Versicherung festgelegt, nach dessen Erreichen die Versicherung nicht mehr abgeschlossen werden kann?
  • Werden Leistungen auch dann erbracht, wenn man keine professionelle Pflege in Anspruch nimmt? (Beispiel: Pflege durch Angehörige)
  • Gibt es Unterschiede bei der Leistungshöhe für häusliche und stationäre Pflege?
  • Müssen Wartezeiten eingehalten werden?
  • Werden im Pflegefall die Beiträge ausgesetzt oder müssen sie weiter gezahlt werden?
  • Gibt es Sonderzahlungen für eventuelle Umbaumaßnahmen im eigenen Heim?

Wodurch werden die Beiträge in der Pflegetagegeldversicherung beeinflusst?

Wie bei jeder privaten Krankenversicherung, so richten sich die Beiträge in der Pflegetagegeldversicherung nach bestimmten Faktoren, wie dem Eintrittsalter der Versicherten, dem aktuellen Gesundheitszustand bei Abschluss der Police und der Höhe der gewählten Leistungen. Weiterhin können sich besondere Vorteile einzelner Tarife auf den Beitrag auswirken, die zum Teil aber sinnvoll sind. Beispiele dafür sind etwa folgende:

  • Dynamisierung: Beiträge, aber auch Leistungen werden der Inflation angepasst. Dies ist sehr wichtig, da heute 600 Euro vielleicht noch viel mehr wert sind, als in 20 Jahren.
  • Leistungen auch bei Demenz, selbst wenn keine Pflegebedürftigkeit vorliegt. Diese Klausel ist vorteilhaft, da viele Menschen an Demenz erkranken, ohne faktisch pflegebedürftig zu sein bzw. nur Pflegestufe 0 zugeordnet zu werden. Jedoch hat sich dies mit der Pflegereform 2017 geändert. Gewinner der Pflegereform sind definitiv Demenzkranke, da diese künftig auch einen Pflegegrad zuerkannt bekommen.
  • Nachweis der Pflegebedürftigkeit: Ratsam sind Tarife, die das MdK-Gutachten vollumfänglich akzeptieren und kein eigenes Gutachten anfordern. Außerdem sollte auf ständige Wiederholungen der Gutachten verzichtet werden, um zu überprüfen, ob die Pflegebedürftigkeit noch besteht.
  • Leistungen auch im Ausland: Ratsam sind Versicherungen, die Leistungen auch im europäischen Ausland ermöglichen.
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