Immer wieder zeigt sich in der Schadenpraxis: Viele Haushalte sind in ihrer Hausratversicherung deutlich unterversichert

Immer wieder zeigt sich in der Schadenpraxis: Viele Haushalte sind in ihrer Hausratversicherung deutlich unterversichert
 

Wer denkt, das sei nur ein kleines Problem, unterschätzt die finanziellen Folgen: Schon ein einziger Schaden durch Feuer, Leitungswasser oder Einbruch kann
bei einer zu niedrigen Versicherungssumme mehrere tausend Euro Eigenanteil bedeuten.
Insbesondere 2026 zeigt sich ein Trend, dass klassische Summenmodelle nicht mehr mit realen Lebensverhältnissen Schritt halten.

 

Warum Unterversicherung ein häufiges Problem ist

Viele Verbraucher schließen ihre Hausratversicherung einmal ab – und vergessen sie dann. Doch die Lebensverhältnisse ändern sich:
Möbel, Elektronik, Kleidung, Haushaltsgeräte und Sportgeräte werden im Laufe der Jahre teurer. Gleichzeitig steigen durch Digitalisierung
und Smart-Home auch die Werte im Haushalt. Ältere Versicherungen bilden diese Entwicklung nicht ab.

Begünstigt wird das Problem, weil viele Anbieter früher pauschale Summen wie 50.000 € oder 100.000 € als Standard vorschlugen – unabhängig
von tatsächlicher Wohngröße, Ausstattung oder Wertgegenständen.

 

Die gefährlichen Folgen der Unterversicherung

Ist Ihre Versicherungssumme zu niedrig, gilt im Schadenfall oft die sogenannte **Unterversicherungsregel**:

Beispiel: Sie versichern Ihren Hausrat mit 80.000 €. Ihr tatsächlicher Wert beträgt aber 120.000 €.
Bei einem Schaden von 60.000 € zahlt der Versicherer nur (80.000 / 120.000) = **66,7 %** des Schadens – also nur **40.000 €**.

Und gerade bei Großschäden – etwa durch Leitungswasser, Brand oder Elementarereignisse – kann dieser Verlust schnell das Zehnfache eines Jahresbeitrags ausmachen.

 

Wie sich der Bedarf real berechnet

Eine realistische Bewertung des eigenen Hausrats ist entscheidend. Die klassische Faustformel 650 € pro Quadratmeter Wohnfläche kann ein Orientierungspunkt sein,
reicht aber oft nicht aus, insbesondere wenn teure Elektronik oder hochwertige Möbel vorhanden sind.

Wohnfläche Orientierungswert (650 €/qm) Tatsächlicher Durchschnittswert
60 m² 39.000 € 45.000 € – 60.000 €
80 m² 52.000 € 65.000 € – 85.000 €
100 m² 65.000 € 90.000 € – 120.000 €
120 m² 78.000 € 110.000 € – 150.000 €

 

Hinweis: Die Spanne hängt maßgeblich von der Ausstattung ab. Haushalte mit
hochwertiger Elektronik oder teurem Mobiliar liegen häufig deutlich über der Faustformel.

 

Warum klassische Standard-Summen 2026 nicht mehr passen

Die Werte im Haushalt sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen:

  • Elektronik wie Fernseher, Smartphones, Computer
  • Smart-Home-Ausstattung
  • Designermöbel, E-Bikes, hochwertige Sportausrüstung
  • Dekoration, Kunst und Sammlerstücke

Viele dieser Werte sind in alten Policen gar nicht ausreichend berücksichtigt oder fallen unter Pauschalen,
die in den 2010er Jahren kalkuliert wurden.

 

Typische Leistungslücken in alten Hausratverträgen

Leistung Altvertrag oft Moderne Tarife
Elektronikversicherung Geringe Budgets oder Ausschluss mobiler Geräte Hohe Erstattung auch für Mobilgeräte & Computer
Wertsachen Meist niedrige Summen, z. B. 2.000 € Erweiterte Wertsachendefinition/ höhere Limits
Fahrräder & E-Bikes Oft nur begrenzt mitversichert Spezieller Schutz inkl. Diebstahl außerhalb
Schäden durch Leitungswasser Nur Basisdeckung Mit Zusatzbausteinen für Rohrbruch- und Folge-Schäden

 

Wie Verbraucher die richtige Versicherungssumme berechnen

Eine gute Methode besteht darin, den tatsächlichen Wert des eigenen Hausrats systematisch zu erfassen – Raum für Raum.
Viele Versicherer bieten Online-Tools oder Hausrat-Wertrechner an, die diese Ermittlung erleichtern.
Alternativ kann man eine Inventarliste mit aktuellen Kaufpreisen erstellen.

 

Checkliste für die tatsächliche Bewertung:

  • Elektronik (mit Kaufjahr und Modell)
  • Möbel (geschätzter Neuwert)
  • Sportgeräte, Fahrräder, E-Bikes
  • Wertsachen, Schmuck, Sammlungen
  • Haushaltsgeräte & Küche

 

Was Verbraucher jetzt tun sollten

  • Altverträge prüfen: Aktualisieren Sie Werte und Leistungen mindestens jährlich.
  • Versicherungssumme anpassen: Nutzen Sie realistische Werte anstelle alter Pauschalen.
  • Tarife vergleichen: Moderne Hausratpolicen bieten oft höhere Leistungen zu ähnlichen Beiträgen – Tarife vergleichen.
  • Zusatzbausteine prüfen: Elektronik, Wertsachen oder Fahrräder separat absichern.

 

Fazit: Unterversicherung ist teuer – aber vermeidbar

Eine zu niedrige Hausratversicherung kann im Schadensfall hohe Kosten verursachen, die Sie selbst tragen müssen.
Besonders 2026 lohnt sich ein Check, weil viele Altverträge nicht mehr dem aktuellen Wertniveau entsprechen.
Wer seine Werte realistisch ermittelt und einen modernen Tarif wählt, sorgt für echten Schutz – ohne unangenehme Überraschungen.

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