Sterbegeldversicherung oder selbst sparen: Welche Lösung ist finanziell sinnvoller?

 
Die Kosten einer Bestattung können Angehörige finanziell belasten. Deshalb möchten viele Menschen frühzeitig vorsorgen und sicherstellen, dass im Todesfall ausreichend Geld zur Verfügung steht. Dabei stellt sich eine wichtige Frage: Ist eine Sterbegeldversicherung sinnvoller oder reicht es aus, regelmäßig Geld auf einem Spar- oder Tagesgeldkonto zurückzulegen?

Beide Lösungen haben Vorteile. Während eine Versicherung unter den vereinbarten Bedingungen einen festgelegten Todesfallschutz bieten kann, behalten Sie bei einer eigenen Rücklage grundsätzlich die Kontrolle über Ihr angespartes Vermögen. Welche Variante besser passt, hängt insbesondere vom Alter, vom verfügbaren Budget, vom bereits vorhandenen Vermögen und vom gewünschten Absicherungszeitpunkt ab.

Sterbegeldversicherung oder selbst sparen: Welche Lösung ist finanziell sinnvoller?

 

Was soll die finanzielle Vorsorge überhaupt leisten?

Bevor Sie eine Entscheidung treffen, sollten Sie den voraussichtlichen Bedarf bestimmen. Zu den möglichen Ausgaben gehören die Bestattung selbst, die Trauerfeier, Gebühren, ein Grab und gegebenenfalls weitere Dienstleistungen. Die tatsächlichen Kosten hängen von der Region, der Bestattungsart und den persönlichen Wünschen ab.

Angenommen, Sie möchten für den Todesfall 8.000 Euro bereitstellen. Dann sollten Sie prüfen, ob dieser Betrag bereits als Rücklage vorhanden ist oder erst über mehrere Jahre angespart werden muss. Außerdem ist wichtig, ob das Geld ausschließlich für die Bestattung vorgesehen ist oder auch andere Verpflichtungen abdecken soll.

Das Ziel besteht darin, eine Finanzierungslücke zu vermeiden, ohne dafür unnötig hohe laufende Kosten einzugehen.

 

Wie funktioniert die Sterbegeldversicherung?

Bei einer Sterbegeldversicherung zahlen Sie Beiträge, damit im versicherten Todesfall die vereinbarte Leistung erbracht werden kann. Die konkreten Voraussetzungen richten sich nach dem Vertrag. Je nach Tarif können Gesundheitsfragen, Wartezeiten, besondere Ausschlüsse oder abweichende Regelungen für die ersten Versicherungsjahre gelten.

Ein Vorteil ist, dass der vereinbarte Schutz nicht erst vollständig angespart werden muss. Allerdings sollten Sie genau prüfen, ab wann und unter welchen Bedingungen die volle Leistung vorgesehen ist. Gerade bei Tarifen ohne Gesundheitsprüfung können Wartezeiten oder besondere Leistungen bei einem frühen Todesfall eine wichtige Rolle spielen.

Außerdem ist eine Versicherung keine reine Sparanlage. Ein Teil der Beiträge dient der Absicherung des versicherten Risikos und der Finanzierung der Vertragskosten. Deshalb kann die Summe aller eingezahlten Beiträge je nach Lebensdauer und Tarif deutlich über der vereinbarten Versicherungsleistung liegen.

 

Welche Vorteile bietet das selbstständige Sparen?

Wer regelmäßig Geld zurücklegt, baut eigenes Vermögen auf. Das Guthaben bleibt grundsätzlich verfügbar, soweit keine vertraglichen Einschränkungen bestehen. Zudem können Sie die Sparrate anpassen oder das Geld für andere dringende Ausgaben verwenden.

Allerdings besteht bei dieser Variante kein automatisch garantierter Todesfallschutz in Höhe des geplanten Sparziels. Wenn Sie erst seit kurzer Zeit sparen, kann die Rücklage noch deutlich unter dem benötigten Betrag liegen. Ebenso können unerwartete Ausgaben oder eine längere Sparpause den Vermögensaufbau verzögern.

Ein weiterer Punkt ist die Verzinsung. Auf einem verzinsten Konto kann das Guthaben wachsen. Wie stark dies geschieht, hängt jedoch von den jeweiligen Konditionen, möglichen Gebühren und der Zinsentwicklung ab. Außerdem sollte die Inflation berücksichtigt werden, weil sie die spätere Kaufkraft des angesparten Geldes beeinflusst.

 

Praxisbeispiel: 8.000 Euro Bestattungskosten absichern

Angenommen, eine Person möchte innerhalb von zehn Jahren eine Rücklage von 8.000 Euro aufbauen. Ohne Zinsen und ohne bereits vorhandenes Guthaben ergibt sich folgende einfache Rechnung:

Sparzeitraum Monatliche Sparrate Gesamte Einzahlungen
5 Jahre 133,34 Euro 8.000,40 Euro
10 Jahre 66,67 Euro 8.000,40 Euro
15 Jahre 44,45 Euro 8.001,00 Euro

Das Beispiel zeigt, dass die benötigte Sparrate vor allem vom verfügbaren Zeitraum abhängt. Es berücksichtigt weder Zinsen noch Inflation oder bereits vorhandenes Vermögen. Bei einer Versicherung hängt der Beitrag dagegen unter anderem vom Eintrittsalter, der Versicherungssumme, dem Tarif und den vereinbarten Bedingungen ab.

Ein fairer Vergleich muss deshalb beide Varianten über einen vergleichbaren Zeitraum betrachten. Berücksichtigen Sie dabei auch, welche Summe im Todesfall zu unterschiedlichen Zeitpunkten tatsächlich zur Verfügung stehen würde.

 

Worauf Sie beim Vergleich besonders achten sollten

  • Eintrittsalter: Bei einer Versicherung beeinflusst das Alter bei Vertragsabschluss häufig die Beitragshöhe.
  • Wartezeit: Prüfen Sie, wann die volle Versicherungsleistung greift und welche Regelungen vorher gelten.
  • Gesundheitsfragen: Achten Sie darauf, welche Angaben erforderlich sind und welche Folgen falsche Angaben haben können.
  • Beitragsdauer: Ermitteln Sie, wie lange Sie voraussichtlich Beiträge zahlen und wie hoch die Gesamtsumme ausfallen kann.
  • Verfügbarkeit: Eine eigene Rücklage kann flexibler sein, während eine Versicherungsleistung an die Vertragsbedingungen gebunden ist.
  • Vorhandenes Vermögen: Bereits angespartes Geld reduziert möglicherweise den zusätzlichen Absicherungsbedarf.
Tipp: Wenn Sie bereits ausreichend liquide Rücklagen besitzen, benötigen Sie möglicherweise keine zusätzliche Versicherung. Fehlt dagegen das Kapital und möchten Sie Ihre Angehörigen auch bei einem frühen Todesfall finanziell entlasten, kann eine Sterbegeldversicherung eine Prüfung wert sein.

 

Für wen eignet sich welche Lösung?

Selbstständiges Sparen kann besonders interessant sein, wenn Sie bereits über Rücklagen verfügen, flexibel bleiben möchten und einen längeren Zeitraum für den Vermögensaufbau haben. Sie können das Geld grundsätzlich auch für andere Zwecke einsetzen, sofern es nicht anderweitig gebunden ist.

Eine Sterbegeldversicherung kann dagegen für Menschen interessant sein, die gezielt einen vertraglich vereinbarten Todesfallschutz wünschen und das notwendige Kapital nicht erst ansparen können oder möchten. Entscheidend bleibt jedoch, dass die Beiträge langfristig tragbar sind und die Vertragsbedingungen zu Ihren Erwartungen passen.

Darüber hinaus sind Kombinationen denkbar. Sie könnten beispielsweise einen Teil der gewünschten Bestattungskosten selbst zurücklegen und nur die verbleibende Finanzierungslücke versichern. Ob das sinnvoll ist, hängt von Ihrer persönlichen Situation und den konkreten Versicherungsangeboten ab.

 

Fazit: Bedarf berechnen und anschließend vergleichen

Ob eine Sterbegeldversicherung oder selbstständiges Sparen besser geeignet ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Eine Rücklage bietet grundsätzlich mehr Flexibilität, benötigt aber Zeit, um die gewünschte Höhe zu erreichen. Eine Versicherung kann einen früheren Todesfallschutz bieten, verursacht dafür jedoch laufende Kosten und unterliegt den vereinbarten Leistungsvoraussetzungen.

Ermitteln Sie deshalb zunächst Ihren tatsächlichen Vorsorgebedarf und prüfen Sie Ihre vorhandenen Rücklagen. Vergleichen Sie anschließend die langfristigen Beiträge, Wartezeiten und Leistungen mit den Möglichkeiten des eigenen Sparens. Nutzen Sie dafür unseren Ratgeber zur Sterbegeldversicherung und den zugehörigen Tarifvergleich. So können Sie eine Entscheidung treffen, die zu Ihrem Budget passt und Ihre Angehörigen im Ernstfall möglichst wirksam entlastet.