{"id":616,"date":"2019-05-30T18:15:30","date_gmt":"2019-05-30T16:15:30","guid":{"rendered":"https:\/\/versicherungstarife.tld\/news\/?p=616"},"modified":"2019-06-11T10:11:56","modified_gmt":"2019-06-11T08:11:56","slug":"frauenarmut-im-alter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.versicherungstarife.info\/news\/frauenarmut-im-alter.htm","title":{"rendered":"Frauenarmut im Alter"},"content":{"rendered":"<div class=\"col-xxl-25 col-xl-4 col-lg-4 col-md-5 col-sm-4 col-xs-12 col-ss-4 article-image\">\n<div class=\"img-margin-left article-image-container\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.versicherungstarife.info\/news\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/brillenzusatz.png\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"180\" \/><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"article-text\">\n<p>Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-B\u00f6ckler-Stiftung hat aktuelle Daten \u00fcber den Rentenbezug ausgewertet. Im Rahmen der Auswertung des WSI-Gender-Daten-Portals kam f\u00fcr den aktuellen Rentenbezug nichts wesentlich Neues zum Vorschein, allerdings \u00fcberraschende Perspektiven f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Entwicklung der <strong>Rentenunterschiede zwischen den Geschlechtern<\/strong>.<\/p>\n<p>Das Forscherteam um Christina Klenner, Alexandra Wagner und Peter Sopp hat unter Beteiligung des Forschungsteams Internationaler Arbeitsmarkt <strong>die Bez\u00fcge von Rentnerinnen und Rentnern verglichen<\/strong>. Aufgeschl\u00fcsselt wurden f\u00fcr die Datens\u00e4tze <strong>die gesetzliche Altersrente, private Vorsorge und Betriebliche Altersvorsorge<\/strong>.<\/p>\n<h2>Kein Auskommen mit der Rente: Ein bekanntes Problem<\/h2>\n<p>Was schon aus Erfahrungen im privaten Umfeld hinl\u00e4nglich bekannt war, n\u00e4mlich <strong>dass Frauen im Alter wesentlich schlechter gestellt sind als M\u00e4nner<\/strong>, wurde nun durch Datenauswertung allgemein best\u00e4tigt. Das Problem ist im \u00fcbrigen schon seit den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts hinl\u00e4nglich bekannt. Frauen als Hinterbliebene erhalten nur ungef\u00e4hr die H\u00e4lfte der Rentenbez\u00fcge ihres Ehegatten, und so erh\u00e4lt die <strong>private Vorsorge<\/strong> <strong>gerade f\u00fcr sie eine enorme Bedeutung<\/strong>. Ob eine<strong> Betriebliche Altersvorsorge, die Lebensversicherung<\/strong>, es existierten seit jeher M\u00f6glichkeiten, die oft bereits f\u00fcr zwei Personen nicht ausreichenden Zahlungen der gesetzlichen Rentenversicherung aufzubessern. Nur so konnte f\u00fcr die meisten Bundesb\u00fcrger eine ausreichende Altersvorsorge auch schon in der Vergangenheit m\u00f6glich werden. Aber auch Schwankungen aufgrund von wirtschaftlichen Entwicklungen sollten dabei bedacht werden, siehe die Probleme mit der <a href=\"https:\/\/www.versicherungstarife.info\/rente-vorsorge\/riester-rente.htm\">Riester-Rente<\/a> und einer Lebensversicherung als Altersvorsorge f\u00fcr die Hinterbliebenen.<\/p>\n<p>Die zunehmende <strong>Berufst\u00e4tigkeit der Frauen hat die Situation der Altersvorsorge nicht grunds\u00e4tzlich verbessert<\/strong>, sondern im Gegenteil: Durch Single-Dasein oder fr\u00fchzeitige Scheidung, durch Mini-Jobs oder Teilzeit sind oft nur geringe Anwartschaften entstanden. Bei geringen Lohneink\u00fcnften ist an eine Lebensversicherung, an betriebliche und <a href=\"https:\/\/www.versicherungstarife.info\/rente-vorsorge\/rentenversicherung\/klassische-rentenversicherung.htm\">private Rentenversicherung<\/a> meist nicht zu denken. Die Rentenauszahlung bleibt somit d\u00fcrftig, die Grundsicherung im Alter ist dann die Folge mit den allgemein bekannten Unannehmlicheiten.<\/p>\n<h2>Rentnerinnen im Osten sind besser dran<\/h2>\n<p>Wie zu erwarten, sind Frauen von Altersarmut eher betroffen als M\u00e4nner. Die Analyse zeigt in den drei S\u00e4ulen der Altersvorsorge, also f\u00fcr die Lebensversicherung, betriebliche und die gesetzliche Altersvorsorge jeweils <strong>einen deutlichen Unterschied zum Nachteil der Rentnerinnen<\/strong>.<\/p>\n<p>Ein sogenanntes \u201eGender Pension Gap\u201c von 53 Prozent ist das Ergebnis der Studie. Es entsteht beim Zusammenrechnen der Komponenten der Altersvorsorge, bei der Addition von gesetzlicher Rentenversicherung,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.versicherungstarife.info\/rente-vorsorge\/lebensversicherung.htm\"> Lebensversicherung<\/a> und Betrieblicher Altersvorsorge. <strong>Im Schnitt erhalten also M\u00e4nner im Alter eine doppelt so hohe Alterssicherung als Frauen<\/strong>. Was aber \u00fcberrascht, ist die Differenz zwischen den Rentenverh\u00e4ltnissen im Osten und denen im Westen. Die L\u00fccke f\u00e4llt <strong>im ehemaligen Hoheitsgebiet der DDR mit 28 Prozent deutlich geringer aus als mit 58 Prozent im ehemaligen West-Deutschland.<\/strong><\/p>\n<h2>Erhebliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern<\/h2>\n<p><strong>Zentrale Komponente der Alterssicherung ist und bleibt die gesetzliche Rente<\/strong>. Im Jahre 2015 betrug sie durchschnittlich 1154 Euro monatlich bei Rentnern gegen\u00fcber 634 Euro bei Rentnerinnen, eine erhebliche Abweichung von 45 Prozent. Die betriebliche Altersvorsorge zeigt einen noch erheblicheren Abstand: Frauen erhalten im Schnitt 240 Euro, M\u00e4nner 593 Euro. Das macht einen Unterschied von immerhin 60 Prozent.<\/p>\n<p>Als Ursache dieser Differenzen in der Rentenversicherung kann <strong>neben mangelndem Bewusstsein f\u00fcr das Problem der zu geringen Altersvorsorge das Lohnniveau<\/strong> gelten. Vielen Arbeitnehmern ist es schlicht und einfach nicht m\u00f6glich, eine Lebensversicherung abzuschlie\u00dfen, und eine <a href=\"https:\/\/www.versicherungstarife.info\/rente-vorsorge\/betriebliche-altersvorsorge.htm\">Betriebliche Altersvorsorge<\/a> wird nicht von jedem Unternehmen angeboten. So bleibt es oft bei der gesetzlichen Rentenversicherung mit den entsprechend niedrigen Bez\u00fcgen im Alter.<\/p>\n<h2>Kinder, K\u00fcche \u2013 keine Knete!<\/h2>\n<p>Aber auch<strong> die tradierte Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau hat im Alter Folgen<\/strong>: Frauen nehmen im Beruf h\u00e4ufiger eine Auszeit, um sich der Kindererziehung zu widmen oder Angeh\u00f6rige zu pflegen. Teilzeit ist bei ihnen h\u00e4ufiger, der Lohn sowieso niedriger. Das Ergebnis sind <strong>geringere Anspr\u00fcche bei der Rente<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>Die Analyse der Forscher zeigt aber immerhin perspektivisch Ver\u00e4nderungen<\/strong>. Mit den Jahren nimmt der Rentenvorteil der M\u00e4nner stetig etwas ab, denn mehr Frauen sind erwerbst\u00e4tig, und auch die Sorgearbeit wird inzwischen bei der <a href=\"https:\/\/www.versicherungstarife.info\/rente-vorsorge\/rentenversicherung\/gesetzliche-rentenversicherung.htm\">gesetzlichen Rente<\/a> und damit f\u00fcr die Altersvorsorge relevant. Der Unterschied in den Rentenbez\u00fcgen wird aber auch deshalb geringer, weil die Renten der M\u00e4nner in der Tendenz abnehmen. Betrachtet man schlie\u00dflich den \u201eGender Gap\u201c f\u00fcr <strong>die heute Erwerbst\u00e4tigen im Alter von 25 bis 65 Jahren<\/strong> mit Bezug auf die gesetzliche Rentenversicherung, <strong>betr\u00e4gt die Differenz nur noch 24 Prozent. Eine Reduzierung um die H\u00e4lfte<\/strong>, was hoffnungsvoll stimmen sollte.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-B\u00f6ckler-Stiftung hat aktuelle Daten \u00fcber den Rentenbezug ausgewertet. 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